Vollendet durch Prüfungen: Jakobus 1:1-18

1.         Das Ziel von Prüfungen

Das Ziel der Prüfungen, in die wir hineinfallen, ist es, vollkommen und ohne Tadel zu werden und in nichts Mangel zu haben (Jak. 1:2-4, Röm. 5:3-5). Auch Christus sagte, dass wir vollkommen sein sollen, wie unser Vater im Himmel vollkommen ist (Matt. 5:48). Wenn das nicht möglich wäre, hätte er es nicht gesagt. Durch diese Prüfungen führt uns der Herr auf einen höheren Stand, bis wir zu einer gewissen Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe werden (Jak. 1:18). Wir suchen uns die Prüfungen nicht selbst aus; wir „fallen hinein“ – sie sind die Gnade und Weisheit Gottes. Was auch immer uns begegnet, er hat es so eingerichtet. Mit diesem Ziel vor Augen sind diese Prüfungen nicht nur notwendig, sondern wir können sie sogar als Freude achten (Jak. 1:1). Wenn wir eine Prüfung bestanden haben und sie uns zu einem höheren Stand geführt hat, dann müssen wir den Herrn loben! Wir gehen nicht allein durch diese Prüfungen; wir haben viele Heilige und den Herrn selbst, die uns helfen.

In vielen Bereichen unseres Lebens werden wir geprüft. Es ist normal, dass wir immer wieder geprüft werden, um zu sehen, wo wir stehen. Kein Lehrer gibt seinen Schülern eine Prüfung mit der Absicht, sie durchfallen zu lassen. Der Lehrer ist nicht darauf aus, seine Schüler zu quälen, sondern ihnen zu helfen, Fortschritte zu machen. Wenn wir den Test bestehen, sind wir qualifiziert, die nächste Stufe des Lernens zu erreichen. Deshalb gibt es viele Prüfungen – zur angenehmen und auch zur unangenehmen Zeit. Der Herr möchte uns voll und ganz in unsere Bestimmung hineinbringen. In diesem Sinne gibt es viele Prüfungen, in die wir gehen müssen, damit unser Glaube geprüft und bestätigt wird. Wie schade wäre es, wenn wir kurz vor dem Ende aufgeben würden.

Wir leben in einer Zeit der Zerstreuung, ähnlich dem, was Jakobus und Petrus erlebt haben, wenn nur noch ein kleiner Rest von Christen übrig ist, die sich bemühen, das Ziel zu erreichen. Nicht nur das, sondern wir leben in einer Zeit, in der die Ankunft des Herrn nahe ist. Deshalb lebten diejenigen, die zur Zeit von Jakobus und Petrus lebten, nicht nur in der Zeit der Zerstreuung, sondern sie erwarteten den Herrn. „Befestigt eure Herzen, weil das Erscheinen des Herrn nahe gekommen ist“ (Jak. 5:8).

Werke durch Glauben

Wir haben den Geist des Glaubens (2. Kor. 4:13), um aus dem Glauben zu leben (Hebr. 10:38) – was dem Herrn wohlgefällig ist. Durch denselben Geist des Glaubens haben viele Menschen viele gute Werke getan. Heute, in unserer Zeit, sollten auch wir gute Werke hervorbringen – nicht irgendwelche Werke, sondern solche, die erprobt und wertvoll für den Herrn sind. Die Ausdauer oder Geduld, die aus den Prüfungen resultiert, bringt ein vollkommenes Werk hervor. Der Herr prüfte die Werke der Gemeinde in Sardes, fand aber ihre Werke nicht vollkommen vor seinem Gott (Offb. 3:2). Er riet ihnen: „Werde wach und stärke das Übrige, das am Sterben war…So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, bewahre es und tue Buße“ (vv.2-3). Auch wir haben empfangen und gehört und müssen daran festhalten. Andernfalls wird es eine weitere Prüfung geben, die wir nicht bestehen werden: Der Herr wird kommen wie ein Dieb, und wir werden nicht wissen, zu welcher Stunde (v.3).

Ein Beweis dafür, dass wir aus dem Glauben leben, findet sich in Jakobus 1:9-10: „Der Niedrige rühme sich seiner Hoheit und der reiche seiner Erniedrigung.“ Wenn du denkst, dass du bescheiden bist, dann musst du so leben, als ob du in Christus reich geworden wärst, und du wirst nicht auf dich herabschauen. Gleichzeitig soll der Reiche lernen, sich zu demütigen – und der, der Loblieder singt, soll den, der betet, nicht verachten (Jakobus 5:13). Der Herr benutzte einen „kleinen“ Bruder wie Ananias, um jemanden wie Paulus wiederherzustellen. Ananias durfte sich nicht selbst verachten; er ging hinaus, weil der Herr ihn gesandt hatte (Apg.9:10-19). Denkt nicht zu gering von dir selbst. Niemand sollte denken, dass er nichts hat. Der Herr benutzt die Niedrigen. 1 Sam. 2:7-8 – „Der Herr macht arm und macht reich; er erniedrigt, aber  er erhöht auch. Er erhebt den Geringen aus dem Staub; aus dem Kot erhöht er den Armen, damit er sie sitzen lasse unter den Fürsten und sie den Thron der Herrlichkeit erben lasse.

Dieser Geist des Glaubens wohnt in uns, wie er in Jeremia 17:7-8 beschrieben wird: „Gesegnet ist der Mann, der auf den Herrn vertraut und dessen Zuversicht der Herr geworden ist! Er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist…der die Hitze nicht fürchtet, wenn sie kommt.“ Wenn die Prüfungen kommen, werden wir uns nicht fürchten und auch im Jahr der Dürre nicht aufhören, Früchte zu tragen: ein weiterer Beweis für ein Leben aus dem Glauben. Im Gegensatz dazu wird derjenige, der auf den Menschen vertraut und sich vom Herrn entfernt, nicht einmal erkennen, wenn das Gute kommt (v.5-6).

Das Beispiel von Hiob

Jakobus erwähnt das Beispiel von Hiob (Jak. 5:10-11). Hiob war jemand, der wirklich aus dem Glauben lebte. Weil Hiob an Gott festhielt, wendete Gott Hiobs Geschick (Hiob 42:10) und wies Satan vollständig in die Schranken. Anhand von Hiob können wir über die Weisheit des Herrn staunen. Satan versuchte sein Bestes, um ihn zu Fall zu bringen, aber Gott setzte dem, was Satan tun konnte, Grenzen. Letztlich benutzte Gott Satan sogar, um Hiob näher zu sich selbst zu bringen. Wenn wir das Ziel vor Augen haben und Gott in allen Dingen die Ehre geben, wenn die Prüfungen kommen, wird dies den Teufel sehr beschämen. Am Ende sagte Hiob: „Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen“ (Hiob 42:5). Dann bewirkte er Sühnung für seine Freunde, die ihm törichte Ratschläge gegeben hatten. Seine Freunde nahmen an, dass seine Prüfungen auf seine Sünden zurückzuführen waren, aber Gottes Sicht war ganz anders! Gott sagte über Hiobs Freunde: „Wer verfinstert da den Ratschluss mit Worten ohne Erkenntnis? … Ihr habt nicht recht von mir geredet, wie mein Knecht Hiob“ (Hiob 38:2, 42:7). Obwohl sie ihm Unrecht taten, betete er dennoch für sie. Danach brachten sie Stiere und Böcke als Brandopfer dar. Das ist ein Beispiel für uns, nicht auf die Brüder zu schauen, die uns vielleicht Unrecht getan haben, sondern für sie zu beten. Das schreibt auch Jakobus: „Leidet jemand unter euch, der bete“ (Jak. 5:13). Lernen wir von den Leiden, nicht nur das Sünd- und Übertretungsopfer, sondern auch das Brandopfer vorzubereiten, um unsere Unvollkommenheit oder unsere törichten Ratschläge, die wir manchmal geben, zu sühnen.

Hiobs Frau fragte ihn: „Hältst du immer noch fest an deiner Tadellosigkeit? Sage dich los von Gott und stirb!“ (Hiob 2:9). Das ist eine törichte Rede. Hiob antwortete: „Wenn wir das Gute von Gott annehmen, sollten wir da das Böse nicht auch annehmen?“ Möge diese Einstellung auch in uns sein, besonders weil die Ankunft des Herrn so nahe ist. Damit würden wir Gott wahrhaftig verherrlichen. In Christus, der gekommen ist, um uns zum Ziel zu führen, und der auch viel Züchtigung durchgemacht hat, haben wir diese Gesinnung. Mit einem solchen Blick werden wir nicht müde noch in unseren Seelen verzagt (Hebr.12:2-3).

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