Die Zunge zum Guten einsetzen

Jakobus ist sehr praktisch und befasst sich mit der Behandlung unserer Zunge (Jak. 3:1-12). Ärzte diagnostizieren oft Krankheiten durch einen Blick auf die Zunge des Patienten. Die Zunge kann eine Menge über unseren inneren Zustand verraten. Sie bringt zum Ausdruck, was in unserem Herzen ist (Matt. 15:18-19). Sie ist ein kleines Ruder, mit dem der ganze Leib gesteuert werden kann. Deshalb muss sie vom Herrn behandelt werden. Jeden Tag haben wir viele Gelegenheiten zu sprechen und in dieser Weise mit dem Herrn zu arbeiten (Lied 224), indem wir ihm erlauben, unser Reden zu behandeln. Jedes Mal, wenn er unser Sprechen korrigiert, lernen wir und machen Fortschritte. Durch diesen Prozess können wir viele Speiseopfer gewinnen (Jes. 6:5-7, Ps. 12, Ps. 141:3, Jak. 5:12, Kol. 3:8, 1.Petr. 2:1-2). Ein reifer oder vollkommener Mensch hält seine Zunge im Zaum (3:2; Offb. 14:5). Dies ist nicht die Krönung, sondern der Beginn der Beherrschung unseres ganzen Wesens, so wie die Aufstiegslieder mit Psalm 120 beginnen, der sich mit unseren lügnerischen Lippen und betrügerischen Zunge befasst.

Aus welcher Quelle reden wir? Wenn wir Bitterkeit im Herzen haben, dann wenn wir über jemanden reden, werden die Zuhörer dies trinken. Sie werden das Salz in dem Wasser spüren, das eigentlich süß sein sollte (Jak. 3:12). Jakobus warnte davor, gegeneinander zu reden oder zu murren (4:11; 5:9). Jakobus hat dies selbst erlebt, als er mit einem Streit zwischen jüdischen und heidnischen Gläubigen zu tun hatte (Apg. 15:13-21).

Unsere Zunge ist für den Herrn sehr wichtig. Einerseits kann sie einen Waldbrand entfachen und viel Unheil anrichten (3:5-6), andererseits kann sie aber auch viel Gutes bewirken (Apg. 15:32). Die Zunge kann den ganzen Leib verunreinigen (3:6), aber sie belebt auch den Leib (Spr. 18:20-21). Als Boten des Herrn der Heerscharen benutzen wir unsere Zunge, um Frieden zu stiften (Mal 2:6-7; Jak. 3:18; Jes. 52:7-8, Matt. 5:9) und auch, um den Herrn zu loben (Hos. 14:3; Hebr. 13:15; Ps. 149:5-6; Ps. 51:16-17). Wir können mit unserer Zunge viel Gutes tun, wenn unser Reden aus einem reinen Herzen kommt und wenn der Herr die Quelle ist (Ps. 81:11) – manchmal sogar mit wenigen Worten.

Psalm 19:15 – Lass die Rede meines Mundes und das Sinnen meines Herzens vor dir wohlgefällig sein, o Herr, mein Fels und mein Erlöser.

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