Sein Wort in uns soll nicht leer zurückkehren

Wie können wir Opfergaben der Gerechtigkeit, die dem Herrn gefallen, darbringen (Mal. 3:3-4)? Wir können nicht einfach Verse darbringen. Das Wort ist keine Speise für Gott, denn er hat es selbst geschrieben! Vielmehr ist das Wort der kostbare Same, der in unser Herz hineinfällt und das Potenzial hat, durch unsere Mitarbeit Frucht hervorzubringen. Aber wenn unser Herz so verhärtet ist, dann kann kein Wort in uns Frucht bringen, egal wie gut der Same ist oder wie viel Regen oder Schnee gesendet wird. Eine andere Übersetzung von Jes. 55:11 lautet daher „soll“, nicht „wird”:

Denn gleichwie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, bis er die Erde getränkt und befruchtet und zum Grünen gebracht hat und dem Sämann Samen gegeben hat und Brot dem, der isst – genauso soll auch mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht: Es soll nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es soll ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es gesandt habe! (Jes. 55:10-11)

Jesaja 55 beschreibt nicht nur, wie wirksam Gottes Wort ist, sondern es ist auch eine Zurechtweisung Gottes an sein Volk. Wie kann unser Herz verhärtet werden? Durch schwierige Umstände oder weil der Boden schon so viele Male betreten wurde. Anstatt darauf zu warten, dass sich unsere Herzenshärte wendet, sollten wir es wagen, mit dem Herrn etwas Neues anzufangen. Zum Beispiel können wir jede Woche alle sieben Feste erfahren, und zwar ab dem Tisch des Herrn am ersten Tag der neue Woche. Und wir können den Pflug nehmen, um den Boden unseres Herzens zu lockern, sogar umzuwälzen und umzukehren. Das bedeutet es, Buße zu tun – du drehst dein ganzes Herz um vor dem Herrn. Wenn wir heute seine Stimme hören, lasst uns unser Herz nicht verhärten, sondern unsere eigene Errettung bewirken. Die Schlachter-Übersetzung von 2. Petr. 3:11 sagt, dass wir uns „auszeichnen“ sollen durch Heiligkeit und Gottesfurcht, da sein Tag schnell herannaht – wie uns auch die aktuellen politischen Ereignisse in Israel zeigen sollten (Amos 3:7).

Seid ihr willig und gehorsam, so sollt ihr das Gute des Landes essen. (Jes. 1:19)

Hört zu! Siehe, es ging der Sämann aus, zu säen. (Mk. 4:3-20; Matt. 13:3-8,18-23; Lk. 8:4-15)

Gottes mannigfaltige Herrlichkeit benötigt verschiedene lebendige Steine

Der Herr hat jeden von uns mit einer bestimmten Persönlichkeit geschaffen, die er für seinen Vorsatz einsetzt, nachdem er unseren natürlichen Menschen behandelt hat. Wir sollten nicht die Vorstellung haben, dass wir alle gleich werden bei der Umwandlung. Vielmehr werden alle Arten von Edelsteinen benötigt, um die vielen Seiten der Herrlichkeit Gottes zum Ausdruck zu bringen (2.Mose 28:17-21, Esther 1:6b, Jes. 54:11-12, Offb. 21:19-20). Petrus zum Beispiel war ein redseliger Bruder. Selbst wenn er nicht wusste, was er sagen sollte, sagte er doch etwas (Mk. 9:5-6). Gott korrigierte ihn sofort (Mt. 17:5). Durch die Behandlung vom Herrn wurde Petrus in seiner Freimütigkeit nützlich – nicht nur, um Tausenden mutig das Evangelium zu verkünden (Apg. 2:41), sondern auch, um in Apg. 15 einen Streit zu schlichten. Diejenigen in Antiochia, die aus Judäa stammten, und auch einige aus der gläubigen Sekte der Pharisäer in Jerusalem, die wegen ihrer Ausbildung geachtet waren, verlangten, dass die gläubigen Heiden wie ihre jüdischen Brüder beschnitten werden sollten (V. 1-5). Viele Worte wurden gewechselt, bevor Petrus aufstand und mutig sprach, gefolgt von Barnabas, Paulus und Jakobus (V. 7-13). Sie schrieben einen Brief über diese Angelegenheit und brachten ihn zurück nach Antiochia. Dieser Brief brachte Freude und Trost (V. 31). Außerdem ermutigten und stärkten sie die Brüder mit vielen Worten (V. 32). So hat jedes Glied des Leibes eine Funktion, die mit der Art und Weise zusammenhängt, wie Gott einen jeden geschaffen hat. Darum sind alle Glieder, in ihrer Beschaffenheit und Funktion, von Gott bestimmt und gesetzt nach seinem Willen. Deshalb sollte derjenige, der ein Mund ist, nicht denjenigen verachten, der kein Mund ist, und umgekehrt (1.Kor. 12; 1.Petr. 3:8-9).

Siehe, ich komme schnell!

Seid nüchtern und wacht:

Um dem Ziel nachzujagen, müssen wir uns auf das ausrichten, was vor uns liegt (Phil. 3:22-14). Selbst der Herr musste sich darin üben (Hebr. 12:1-2). Unsere Seele, die über uns herrschen und die Oberhand haben will, belastet uns, ist voller Beschwerde (Pred. 7:6) und gibt viele Ausreden, um den Lauf nicht zu laufen. Geben wir unserem Seelenleben nach und tun das, was in unseren Augen recht ist? Wenn wir beschwert sind, können wir nicht laufen. Wir haben auch viele innere Feinde, die uns daran hindern wollen. Aber wenn wir zu unserem Gott schreien und diese Riesen als Brot in unserem Magen betrachten, dann wird unser Gott uns sicher ausrüsten, sie zu besiegen (Ps. 56:3,10; 42:6,12).

In Lied 332 (“Christus sehnt sich nach der Braut”) gibt es einen Satz, dass der Herr die Faulen und Schlechten verwerfen wird. Es ist gut, dass unser Gott gerecht ist. Jede Tat erhält einen gerechten Lohn: Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen (2.Thess. 3:10). Der böse Sklave hatte die Einstellung: „Mein Herr verzögert sein Kommen.“ Deshalb ging er hin, mit den Trunkenen zu essen und zu trinken (Mt. 24:48-49; Lk. 12:45). Wenn man Wein trinkt, wird man unvorsichtig und verliert das Gefühl der Dringlichkeit, die Posaune zu blasen. Der Anfang der Ermahnung zu wachen und zu beten ist, dass man sein Herz nicht von der Trunkenheit und den Sorgen des Lebens beschweren lassen soll, damit dieser Tag nicht plötzlich hereinbricht (Lk. 21:34,36). Der Meister kommt vor allem an einem Tag, an dem der Knecht ihn nicht erwartet (Mt. 24:50, Lk. 12:46). Aber wenn wir nüchtern sind und wachen und beten, wird der Herr uns sicher die Zeichen seines Kommens zeigen (1.Thess. 5:3-4,6).

Der Herr kommt schnell!

Siehe, ich komme schnell und mein Lohn ist bei mir, um jedem zu geben, wie sein Werk ist. (Offb. 22:12)

Das Wort, das auf der Konferenz in Südkorea in diesem Monat gesprochen wurde (https://thechurchinfountainvalley.org/2022-autumn-conference-south-korea/), vermittelt uns einen tiefen Eindruck davon, dass der Herr schnell kommt.  Die Propheten suchten und fragten nach der kommenden Errettung (1. Petr. 1:11), und heute setzen wir diese Suche fort. Die Einzelheiten dessen, was kommen wird, und bestimmte Endzeitprophezeiungen werden immer deutlicher. In der Vergangenheit haben wir bestimmte Annahmen über einige der Endzeitprophezeiungen in der Offenbarung und insbesondere in Daniel 9:27 gemacht. Wir sehen jetzt, dass diese Annahmen nicht unbedingt stimmen müssen, damit diese Prophezeiungen in Erfüllung gehen.

Die rote Kuh (4.Mose 19:1-10) weist ebenfalls auf die baldige Wiederkunft des Herrn hin. Die rote junge Kuh wird benötigt, um vom Tod zu reinigen, der noch schlimmer ist als die Sünde. Im Laufe der jüdischen Geschichte haben die Juden insgesamt 9 rote Kühe geopfert. Seit der Zerstörung des zweiten Tempels im Jahr 70 n. Chr. gab es in Israel keine Geburt einer qualifizierten roten Kuh mehr. Die Juden glauben, dass das Opfer der zehnten roten Färse das Kommen des Messias ankündigt. Im September wurden fünf geeignete rote Kühe aus den Vereinigten Staaten nach Israel geflogen (https://endtimeheadlines.org/2022/09/red-heifers-arrive-in-israel-in-preparation-for-third-temple/). Sie sind jetzt zwischen 6 und 9 Monate alt. Wenn sie noch qualifiziert bleiben (nicht mehr als zwei nicht rote Haare), muss eine Kuh im Alter von zwei Jahren geschlachtet werden.

Auch die heutige Weltlage deutet immer mehr auf das zweite Kommen des Herrn hin. In Offb. 6:2-8 wird ein Rennen zwischen vier Pferden beschrieben. Diese Pferde gehen nicht nur, sondern sie rennen. Auch sie vermitteln uns einen Eindruck davon, wie nahe die Zeit ist. Heute können wir alle vier Pferde rennen sehen. Es herrscht Krieg, und die Menschen bringen sich gegenseitig um (feuerrotes Pferd). Die Inflation hat die ganze Welt erfasst (schwarzes Pferd). Hungersnot in Afrika, Zerstörung und Tod (fahles Pferd) nehmen auch zu.

Der Lohn, den der Herr den Überwindern bei seinem Kommen verspricht, ist weitaus größer als alles, was wir heute erleben können. Wie können wir uns darauf vorbereiten?

Unsere Vorbereitung: Die erste Liebe bewahren

Der Schwerpunkt der Offenbarung liegt für uns nicht auf den äußeren Zeichen, sondern auf den ersten drei Kapiteln: Wie ist der Zustand der Gemeinde, des Leuchters, für den wir als Priester Öl bringen müssen? Brennt unsere Liebe zum Herrn als seine Gemeinde? Zu Ephesus sprach der Herr: “Werde wach und stärke das Übrige, das am Sterben war; denn ich habe deine Werke nicht vollendet gefunden vor meinem Gott” (Offb. 3:2). Welche Art von Werken sind annehmbar? Die Summe des Buches Predigers ist, Gott zu fürchten und seine Gebote zu halten, denn das macht den ganzen Menschen aus (Pred. 12:13-14). Aber es geht nicht nur um Werke. Bereitet sich eine Braut auf den Bräutigam vor, indem sie einfach einige äußere Werke tut? Diese Werke – das Halten seiner Gebote, indem wir unsere priesterliche Dienste erfüllen – stammen aus unserer Liebe zu ihm und sind ein Beweis dafür (Joh. 14:15,23; 1.Joh. 5:2-3). Der Herr begann das Buch Maleachi, das Buch des priesterlichen Dienstes, mit: „Ich habe euch geliebt.“ Wenn wir die priesterlichen Dienst tun, weil wir sie tun müssen, könnten wir sie genauso gut nicht tun. Alles muss aus der ersten und besten Liebe zu Ihm getan werden (1. Kor. 16:14). Die Werke von Ephesus waren vor Gott nicht vollkommen, weil sie nicht aus dieser Liebe stammten.

Wir bewahren die erste Liebe, indem wir unser Herz mit allem Fleiß bewahren (Spr. 4:23). In der Gemeinde sollte diese Liebe auch untereinander da sein. Diese Liebe ist auf vielen Tugenden aufgebaut. Sie wird am Ende der Liste in 2. Petr. 1:5-7 hinzugefügt: “Reicht in euerem Glauben …. im göttlichen Ausdruck Bruderliebe und inder Bruderliebe die Liebe.” Auch die brüderliche Liebe ist vorhanden. Wenn jemand in der Gemeinde Schwierigkeiten hat, lernen wir, für ihn einzutreten, so wie der Herr für uns eintritt. Wir treten auch vor den lebendigen Stein. Für diejenigen, die die Wahrheit ablehnen, ist er ein Stein des Anstoßes, aber für uns ist er der Eckstein (Jes. 8:14; 1.Petr. 2:4-8).

Schließlich feiern wir auch das Laubhüttenfest, das letzte Fest. Dieses Fest ist ein Fest der Vollendung und der Fülle. Der Herr ist unsere Hütte, und unsere Freude ist in ihm vollkommen. Es ist ein Fest voller Schlachtopfer. An keinem anderen Fest werden so viele Schlachtopfer gebracht. Wenn wir dieses Fest feiern, dann freuen wir uns auf sein Kommen.

Wenn dies aber anfängt zu geschehen, so richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht. (Lk. 21:28)

Die Einheit mit Gott bewahren durch das beständige Feuer des Brandopferaltars und das Feiern der letzten Feste

Der Herr wurde als Mensch versucht und seine Seele wurde gequält. Psalm 69 zeigt sein Leiden. Es war nicht leicht für ihn, den ganzen Weg zu gehen, wie in seinem Gebet im Garten Gethsemane deutlich wurde (Mt. 26:36-42, Mk. 14:32-36, Lk. 22:41-44). Dennoch kam er, um den Willen des Vaters zu tun, und er bewahrte die Einheit mit dem Vater (Heb. 10:5-9, Joh. 8:29). Petrus war eins mit dem Herrn, aber es war nicht beständig (Mt. 16:16,22-23). Heute können wir ihn als beständiges Brandopfer erleben, um auch mit dem Vater eins zu sein. Das Brandopfer kommt zuerst – noch vor dem Sünd- und Übertretungsopfer. Die Aufgabe der Priester ist es, jeden Morgen das Holz auf das Brandopfer zu legen, damit ein ständiges Feuer brennt (3.Mose 6:1-6).

Unsere Aufgabe besteht nicht unbedingt darin, so viele Dinge für Gott zu tun, sondern die Einheit mit ihm zu bewahren. Unser Gehorsam ist für den Vater sehr kostbar. Doch unsere gefallene Seele würde sich von ihm entfernen und ihren eigenen Rat suchen (Jes. 30:1-3, 15-16; 31:1). Anstatt nach Ägypten zurückzukehren, sollten wir die Feste feiern, insbesondere die letzten drei, um uns mit Gott zu versöhnen. Sind die ersten vier Feste, die der Herr auf dieser Erde vollbracht hat, nicht ausreichend? Wir brauchen diese letzte Festzeit, weil unser Zustand heute, kurz vor der Wiederkunft des Herrn, entscheidend ist. Am Anfang unseres christlichen Lebens war es wunderbar. Wir wurden aus Ägypten herausgeführt und wir haben das Passahfest gefeiert – aber wie geht es uns heute, und wie sehr sehnen wir uns nach seinem Tag? Wenn wir mit dem Herrn eins sind und diese letzte Feste halten, werden wir sein Erscheinen lieben (2.Tim. 4:8). Durch die letzten drei Feste gewinnen wir einiges zurück, die wir einst hatten, aber vielleicht verloren haben – zum Beispiel unsere Hingabe oder die erste und beste Liebe zu ihm.

Verse zum Laubhüttenfest, das die Juden in diesem Jahr vom 9-16. Oktober feiern: 3.Mose 23:33-44, 4.Mose 29:12-39, Esra 3:4, Neh. 8:13-18, Ps. 61:4-6, Ps. 90-91, Joh. 7:2,37-38, Hebr. 11:9-10, 13-16, 24-26

Mitkämpfen im Gebet

Der Herr wartet auf unsere Gebete, bis er handelt (Offb. 5:8, 8:3-6). Er verfährt mit dem Heer des Himmels und mit denen, die auf Erden wohnen, wie er will (Dan. 4:32), und doch wartet er auf das Räucherwerk seiner Heiligen. Haben wir ein Bewusstsein für den Kampf, der in den Himmeln tobt (Dan. 10:13, Eph. 6:12), oder sind wir nur mit irdischen Dingen beschäftigt? Jerusalem ist die Stadt des Friedens, und doch ist sie der am meist umkämpfte Ort der Erde . So ist es auch mit dem himmlischen Jerusalem. Der Feind weiß, dass die Vollendung dieser Stadt sein Ende bedeutet. So erheben sich alle Pforten des Hades dagegen (Matt. 16:18). Als seine heilige Stadt reicht es nicht aus, dass wir den Herrn nur lieben, aber nicht bereit sind zu kämpfen. Die Braut ist gleichzeitig zum Kampf gerüstet. Es gibt einen ständigen Kampf in uns, auch nachdem wir getauft sind. Der Feind schläft nicht. Manchmal benutzt er sogar andere Christen, um uns daran zu hindern, voranzugehen. Auch unser Fleisch macht uns viele Probleme. Paulus tat, was er nicht tun wollte (Röm. 7:15-20). Die Sünde liegt vor der Tür, aber wir sollen über sie herrschen (1. Mose 4:7) und unsere Glieder, die auf der Erde sind, töten (Gal. 5:19-21, Kol. 3:5). Pinehas war einer, der bereit war,  diesen Kampf zu kämpfen (4.Mose 25:11-18). Deshalb stammten von ihm die Söhne Zadoks, die treuen Priester, ab (Esra 7:1-5, Hes. 44:15).

Das Gebet vor dem goldenen Räucheraltar dient vor allem dazu, dass Gottes Wille auf dieser Erde erfüllt wird. Hier wollen wir lernen, der Führung des Geistes zu folgen und die Richtung, die der Geist gibt, anzunehmen. Manchmal gibt es während des Gebets ein Kreuzfeuer: Der Herr gibt eine Last, aber dann wird sie unterdrückt. Manchmal gibt es auch ein bestimmtes Gebet, das einfach nicht beantwortet wird. Vielleicht bitten wir den Herrn um Führung, aber er gibt uns keine Führung. Wenn wir dann unsere Herangehensweise ändern und zum Beispiel sagen: „Ich werde dies tun; stoppe mich, wenn es nicht dein Wille ist“, dann kann dieses Gebet plötzlich lebendig werden. Wir beten nicht nach irgendeiner Form, sondern wollen mit unserem Gebet das Herz Gottes berühren. Selbst wenn wir den ganzen Tag zu Baal schreien, wird niemand antworten. Nicht so bei dem lebendigen Gott (1.Kön. 18:26,30-38). Kennen wir das Rachegebet des Jeremia (Jer. 18:18-23), der so viele Verfolgungen durchgemacht hat – oder kennen wir nur ein Gebet wie in Daniel 9? Die Märtyrer unter dem Altar kannten dieses Rachegebet (Offb. 6:9-11).

Es ist Zeit, dass du, o HERR, handelst; sie haben dein Gesetz gebrochen. (Ps. 119:126)

Ein Gebet Davids. O HERR, höre die gerechte Sache, achte auf mein Schreien, vernimm mein Gebet von Lippen, die nicht trügen. (Ps. 17:1)

Das Reich, unser Erbe, schätzen

In Maleachi 1:3 sagt der Herr, “Jakob habe ich geliebt, Esau aber habe ich gehasst.” Der Herr liebt Jakob, weil er sich umwandeln ließ und ein Herz für Gott hatte. Gott konnte Jakobs Namen ändern. “Da sprach er: Dein Name soll nicht mehr Jakob sein, sondern Israel; denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gewonnen” (1. Mose 32:29). V.27 zeigt Jakobs Haltung. “Jakob aber sprach: Ich lasse dich nicht los, es sei denn, du segnest mich!” Sind wir auch so verzweifelt, die Segnung Gottes zu empfangen? Für den Herrn ist das Erbe, das Reich, so kostbar. Er ging hin und verkaufte alles, was er hatte (Matt. 13:44-46).

Im Gegensatz dazu verachtete Esau, der Zwillingsbruder, sein Erstgeburtsrecht. Was möchten wir lieber, eine Linsensuppe oder das Erbe unseres Vaters? Jeder würde diese Frage richtig beantworten, aber wenn die Seele in Not ist, wie sieht es aus? Jeden Morgen stehen beide Zwillinge gleich auf in uns. Bis der Herr zurückkommt wird Esau immer sein Erstgeburtsrecht verachten. Jeden Tag Esau zu verleugnen ist unser Aufgabe. Gott wird dies nicht für uns tun, sondern Esau in uns bloßstellen (Jer. 49:10).

Die Linsensuppe besteht aus allem, was uns das Reich rauben könnte. Es beinhaltet viel mehr, als nur was Weltliches oder Sündiges zu genießen. Dies prüft unser tiefstes Wesen. Selbst wenn es nur einen Punkt gibt, an dem wir uns nicht verleugnen wollen, könnte uns das das Reich kosten. Esau dachte, er würde sterben, wenn er die Linsensuppe nicht bekäme (1.Mose 25:32). Unsere Seele sagt uns, dass sie sterben wird, wenn wir sie verleugnen. Aber das ist nicht wahr. Die Schrift sagt, dass wir gerettet werden. “Wer sein Seelenleben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Seelenleben verliert … der wird es retten” (Mk. 8:33). Wir gehen oft nicht mit dem Kreuz um, weil wir nicht genug erlebt haben, welche wunderbaren Ergebnisse es hervorbringt. Lasst uns der Schrift und unserer bisherigen Erfahrung glauben.

Wie Jakob haben wir ein Herz für Gott – sonst wären wir schon längst weg. Wir brauchen nun auch eine Wertschätzung, wie teuer und kostbar das Reich ist. Unser Erbe ist gewaltig. Lasst uns nach vorne schauen, was wir erben werden. Es ist gut, über das Reich zu lesen, um einen Eindruck davon zu bekommen. Heute seufzt die ganze Schöpfung und liegt in Geburtschmerzen (Röm. 8:22-23), aber an jenem Tag wird der Herr den Tod, den Fluch, die Feindschaft, und die gefallenen Naturgesetze wegnehmen. Selbst den Staub, der immer schnell zurückkehrt, weil er unter dem Fluch steht, wird der Herr für immer wegnehmen. Und die ganzen Reichtümer der Nationen werden in das Reich hineingebracht. Alle Schatten werden im Licht dieser Herrlichkeit kleiner.

Einige Stellen, die die Herrlichkeit des Reiches zeigen: Offb. 20-22 (redet auch vom Neuen Jerusalem); Ps. 48, Jes. 2, 11, 24-25, 32, 33:17-24, 35, 60; Hes. 37:21-28, Dan. 2:44, 7; Amos 9:11-15; Micha 4-5; Sach. 14.

Weiteres über das Gericht über Esau: Punkt IV, https://www.himmlisches-jerusalem.de/wp-content/uploads/media/docs/outlines/DEU/2017-10-Gericht-Nationen.pdf

Von der richtigen Quelle trinken um reich an Gott zu werden (Jak. 4:13-5:6)

In Zion gibt es einen Fluss, dessen Bäche die Stadt Gottes erfreuen (Ps. 46:5). Es gibt einen Gegensatz zwischen salzigem und süßem Wasser. Das Meer steht für die Welt. Es ist kein Wasser, von dem man trinken und leben kann, sondern totes Wasser, das für das Gericht steht. Aber in der Gemeinde gibt es süßes Wasser, das wir trinken können, um zu leben. Was auch immer das Meer (die Welt) tut, es spielt keine Rolle, solange wir aus dieser Quelle trinken (Ps. 46:3-4). Es ist kein stilles Wasser, sondern ein kontinuierlicher Fluss. Wenn man nur eine Zisterne gräbt, wird das Wasser nicht frisch sein. Aber in einem Fluss steht nie etwas still. Es ist immer etwas in Bewegung. Durch diese Bewegung findet ein Austausch von Nährstoffen und Mineralien statt, der das Leben fördert (Ps. 1:3, Hes. 47:12). Wenn wir aus der richtigen Quelle trinken, dann werden auch wir Lebensströme haben, die von uns ausgehen. Von allen Heiligen gehen die Bäche aus, die die Stadt Gottes erfreuen. „Aus dessen Innerem werden Ströme lebendigen Wassers fließen“ (Joh. 7:38). In Zion kommt das Wasser herein, fließt auch aus allen Heiligen heraus und reinigt uns innerlich. Es ist eine kostbare Funktion, den Heiligen mit dem Wasser des Lebens zu dienen. In Zion wird Gott uns immer diese Quelle geben. Es ist eine Quelle, von der der Herr gesagt hat: Kommt und trinkt umsonst (Offb. 21:6, 22:17; Jes. 55:1-2). Auch im kommenden Reich wird es dieses Wasser geben – ein Fluss voller Leben, der nach Osten fließt (Hes. 47:1-12).

In Jeremia 2:13 verließ das Volk Gottes die Quelle. In Gottes Augen war das Sünde. Sie sündigten zweifach gegen Gott: „Mich, die Quelle des lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen zu graben.“ Auch im Buch Haggai suchte das Volk Gottes zuerst seine eigenen Häuser. Sie kümmerten sich nicht um das Haus Gottes und häuften in der letzten Zeit Reichtümer an (Hag. 1:2-11; Jak. 5:3). Daher ist die Bildsprache in Haggai 1 derjenigen von Jakobus sehr ähnlich. Sie sammelten Reichtümer, steckten sie aber in einen Sack mit Löchern. Wenn wir das Laubhüttenfest nicht feiern, werden alle irdischen Reichtümer, die wir sammeln, verrotten und am Tag des Gerichts gegen uns aussagen. Darüber hinaus ist es höchst ungewöhnlich, dass nicht nur das Silber, sondern auch das Gold korrodiert: Normalerweise korrodiert nur Silber und wird schwarz, wenn es oxidiert. Wenn sogar das Gold korrodiert ist, ist die Situation wirklich schlimm. Der Geist in uns begehrt bis zur Eifersucht (Jak. 4:5). Lasst uns ihn nicht ignorieren, sondern im Glauben zu dieser Quelle vorwärts kommen! Dann werden wir das Wasser des Lebens schmecken, das er dem, der es will, umsonst gibt. Lasst uns niemals von dieser Quelle weggehen (Ps. 73:27-28)!

Von Ihm zu trinken ist kein Ritual oder etwas, zu dem wir uns zwingen müssen – „Ach, schon wieder!“ Werdet wie kleine Kinder, die sich nach dem Kontakt mit ihren Eltern sehnen. Wenn sie ihre Eltern sehen, leuchten ihre Gesichter auf und ihre Herzen freuen sich. Wer durstig ist, wird dieses Wasser trinken wollen! Gerade in diesen heißen Tagen freuen wir uns alle über erfrischendes, kaltes Wasser. Wenn unsere Seele austrocknet oder alles mühsam wird, dann ist es so erfrischend, unser Gesicht und unsere Hände zu waschen und von diesem Wasser zu trinken. So ist der Herr für uns – reines, frisches Wasser! Unsere Seele dürstet nach ihm in einem trockenen und dürren Land (Ps. 63:1-3). Das Volk Gottes befindet sich in einer trockenen Wüste; selbst Zion ist eine Wüste. Ohne Wasser werden wir in einer solchen Umgebung besonders schnell austrocknen und nicht mehr leben können. Aber wenn wir Geschmack am Wasser des Lebens gefunden haben, dann werden wir immer wieder zurückkehren, weil es eine klare, reine Quelle ist – der Herr selbst. Wer von diesem Wasser trinkt, muss immer wieder zurückkommen – so wie die Frau in Johannes 4, die auch vom Herrn trank. Sie war eine Sünderin, doch sie trank von dieser reinen Quelle und erkannte, dass der Herr ein anderer Mensch war. Erstaunt verließ sie Jakobs Brunnen und ging zurück in die Stadt, um andere zu dieser Quelle zu führen (Joh. 4:28-29).

Jakobus enthält eine Warnung an die Reichen (Jak. 5:1-6). Der reiche Bauer in Lukas 12:16-21 war töricht. Er sagte zu seiner Seele: „Seele, du hast viele Reichtümer gesammelt“ – und doch war er nicht reich gegenüber Gott. Sein Reichtum stammte nicht aus der richtigen Quelle. Gottes Reichtum ist etwas ganz anderes als der, der die Welt anbietet. Wir sprechen eine ganz andere Sprache als die Welt, eine Sprache, die die Welt nicht einmal verstehen kann, denn sie haben ihn nicht gesehen und kennen ihn nicht (Joh. 14:17). Dies ist die Sprache des Herrn, die Schätze Gottes, eine ganz andere Speise. Im Laufe der Zeit wird der Kontrast zwischen der Welt und der Gemeinde immer größer. Zion leuchtet mitten in der Finsternis. Wenn wir hören, dass Menschen Pläne für 20, 30 oder wie viele Jahre in der Zukunft machen, löst das in uns eine Reaktion aus: „Solches Rühmen ist böse“ (Jak. 4:16). Wir sind nur ein Dampf, der für eine kurze Zeit sichtbar ist und dann verschwindet. Stattdessen sollten wir sagen: „Wenn der Herr will, werden wir dieses oder jenes tun“ (Jak. 4:13-15).

Hebr. 11:25-26 – “Er wollte lieber mit dem Volk Gottes misshandelt werden, als den vergänglichen Genuss der Sünde haben, und achtete die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens, denn er sah weg auf die Belohnung.

Die Zunge zum Guten einsetzen

Jakobus ist sehr praktisch und befasst sich mit der Behandlung unserer Zunge (Jak. 3:1-12). Ärzte diagnostizieren oft Krankheiten durch einen Blick auf die Zunge des Patienten. Die Zunge kann eine Menge über unseren inneren Zustand verraten. Sie bringt zum Ausdruck, was in unserem Herzen ist (Matt. 15:18-19). Sie ist ein kleines Ruder, mit dem der ganze Leib gesteuert werden kann. Deshalb muss sie vom Herrn behandelt werden. Jeden Tag haben wir viele Gelegenheiten zu sprechen und in dieser Weise mit dem Herrn zu arbeiten (Lied 224), indem wir ihm erlauben, unser Reden zu behandeln. Jedes Mal, wenn er unser Sprechen korrigiert, lernen wir und machen Fortschritte. Durch diesen Prozess können wir viele Speiseopfer gewinnen (Jes. 6:5-7, Ps. 12, Ps. 141:3, Jak. 5:12, Kol. 3:8, 1.Petr. 2:1-2). Ein reifer oder vollkommener Mensch hält seine Zunge im Zaum (3:2; Offb. 14:5). Dies ist nicht die Krönung, sondern der Beginn der Beherrschung unseres ganzen Wesens, so wie die Aufstiegslieder mit Psalm 120 beginnen, der sich mit unseren lügnerischen Lippen und betrügerischen Zunge befasst.

Aus welcher Quelle reden wir? Wenn wir Bitterkeit im Herzen haben, dann wenn wir über jemanden reden, werden die Zuhörer dies trinken. Sie werden das Salz in dem Wasser spüren, das eigentlich süß sein sollte (Jak. 3:12). Jakobus warnte davor, gegeneinander zu reden oder zu murren (4:11; 5:9). Jakobus hat dies selbst erlebt, als er mit einem Streit zwischen jüdischen und heidnischen Gläubigen zu tun hatte (Apg. 15:13-21).

Unsere Zunge ist für den Herrn sehr wichtig. Einerseits kann sie einen Waldbrand entfachen und viel Unheil anrichten (3:5-6), andererseits kann sie aber auch viel Gutes bewirken (Apg. 15:32). Die Zunge kann den ganzen Leib verunreinigen (3:6), aber sie belebt auch den Leib (Spr. 18:20-21). Als Boten des Herrn der Heerscharen benutzen wir unsere Zunge, um Frieden zu stiften (Mal 2:6-7; Jak. 3:18; Jes. 52:7-8, Matt. 5:9) und auch, um den Herrn zu loben (Hos. 14:3; Hebr. 13:15; Ps. 149:5-6; Ps. 51:16-17). Wir können mit unserer Zunge viel Gutes tun, wenn unser Reden aus einem reinen Herzen kommt und wenn der Herr die Quelle ist (Ps. 81:11) – manchmal sogar mit wenigen Worten.

Psalm 19:15 – Lass die Rede meines Mundes und das Sinnen meines Herzens vor dir wohlgefällig sein, o Herr, mein Fels und mein Erlöser.

Vollendet durch Prüfungen: Jakobus 1:1-18

1.         Das Ziel von Prüfungen

Das Ziel der Prüfungen, in die wir hineinfallen, ist es, vollkommen und ohne Tadel zu werden und in nichts Mangel zu haben (Jak. 1:2-4, Röm. 5:3-5). Auch Christus sagte, dass wir vollkommen sein sollen, wie unser Vater im Himmel vollkommen ist (Matt. 5:48). Wenn das nicht möglich wäre, hätte er es nicht gesagt. Durch diese Prüfungen führt uns der Herr auf einen höheren Stand, bis wir zu einer gewissen Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe werden (Jak. 1:18). Wir suchen uns die Prüfungen nicht selbst aus; wir „fallen hinein“ – sie sind die Gnade und Weisheit Gottes. Was auch immer uns begegnet, er hat es so eingerichtet. Mit diesem Ziel vor Augen sind diese Prüfungen nicht nur notwendig, sondern wir können sie sogar als Freude achten (Jak. 1:1). Wenn wir eine Prüfung bestanden haben und sie uns zu einem höheren Stand geführt hat, dann müssen wir den Herrn loben! Wir gehen nicht allein durch diese Prüfungen; wir haben viele Heilige und den Herrn selbst, die uns helfen.

In vielen Bereichen unseres Lebens werden wir geprüft. Es ist normal, dass wir immer wieder geprüft werden, um zu sehen, wo wir stehen. Kein Lehrer gibt seinen Schülern eine Prüfung mit der Absicht, sie durchfallen zu lassen. Der Lehrer ist nicht darauf aus, seine Schüler zu quälen, sondern ihnen zu helfen, Fortschritte zu machen. Wenn wir den Test bestehen, sind wir qualifiziert, die nächste Stufe des Lernens zu erreichen. Deshalb gibt es viele Prüfungen – zur angenehmen und auch zur unangenehmen Zeit. Der Herr möchte uns voll und ganz in unsere Bestimmung hineinbringen. In diesem Sinne gibt es viele Prüfungen, in die wir gehen müssen, damit unser Glaube geprüft und bestätigt wird. Wie schade wäre es, wenn wir kurz vor dem Ende aufgeben würden.

Wir leben in einer Zeit der Zerstreuung, ähnlich dem, was Jakobus und Petrus erlebt haben, wenn nur noch ein kleiner Rest von Christen übrig ist, die sich bemühen, das Ziel zu erreichen. Nicht nur das, sondern wir leben in einer Zeit, in der die Ankunft des Herrn nahe ist. Deshalb lebten diejenigen, die zur Zeit von Jakobus und Petrus lebten, nicht nur in der Zeit der Zerstreuung, sondern sie erwarteten den Herrn. „Befestigt eure Herzen, weil das Erscheinen des Herrn nahe gekommen ist“ (Jak. 5:8).

Werke durch Glauben

Wir haben den Geist des Glaubens (2. Kor. 4:13), um aus dem Glauben zu leben (Hebr. 10:38) – was dem Herrn wohlgefällig ist. Durch denselben Geist des Glaubens haben viele Menschen viele gute Werke getan. Heute, in unserer Zeit, sollten auch wir gute Werke hervorbringen – nicht irgendwelche Werke, sondern solche, die erprobt und wertvoll für den Herrn sind. Die Ausdauer oder Geduld, die aus den Prüfungen resultiert, bringt ein vollkommenes Werk hervor. Der Herr prüfte die Werke der Gemeinde in Sardes, fand aber ihre Werke nicht vollkommen vor seinem Gott (Offb. 3:2). Er riet ihnen: „Werde wach und stärke das Übrige, das am Sterben war…So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, bewahre es und tue Buße“ (vv.2-3). Auch wir haben empfangen und gehört und müssen daran festhalten. Andernfalls wird es eine weitere Prüfung geben, die wir nicht bestehen werden: Der Herr wird kommen wie ein Dieb, und wir werden nicht wissen, zu welcher Stunde (v.3).

Ein Beweis dafür, dass wir aus dem Glauben leben, findet sich in Jakobus 1:9-10: „Der Niedrige rühme sich seiner Hoheit und der reiche seiner Erniedrigung.“ Wenn du denkst, dass du bescheiden bist, dann musst du so leben, als ob du in Christus reich geworden wärst, und du wirst nicht auf dich herabschauen. Gleichzeitig soll der Reiche lernen, sich zu demütigen – und der, der Loblieder singt, soll den, der betet, nicht verachten (Jakobus 5:13). Der Herr benutzte einen „kleinen“ Bruder wie Ananias, um jemanden wie Paulus wiederherzustellen. Ananias durfte sich nicht selbst verachten; er ging hinaus, weil der Herr ihn gesandt hatte (Apg.9:10-19). Denkt nicht zu gering von dir selbst. Niemand sollte denken, dass er nichts hat. Der Herr benutzt die Niedrigen. 1 Sam. 2:7-8 – „Der Herr macht arm und macht reich; er erniedrigt, aber  er erhöht auch. Er erhebt den Geringen aus dem Staub; aus dem Kot erhöht er den Armen, damit er sie sitzen lasse unter den Fürsten und sie den Thron der Herrlichkeit erben lasse.

Dieser Geist des Glaubens wohnt in uns, wie er in Jeremia 17:7-8 beschrieben wird: „Gesegnet ist der Mann, der auf den Herrn vertraut und dessen Zuversicht der Herr geworden ist! Er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist…der die Hitze nicht fürchtet, wenn sie kommt.“ Wenn die Prüfungen kommen, werden wir uns nicht fürchten und auch im Jahr der Dürre nicht aufhören, Früchte zu tragen: ein weiterer Beweis für ein Leben aus dem Glauben. Im Gegensatz dazu wird derjenige, der auf den Menschen vertraut und sich vom Herrn entfernt, nicht einmal erkennen, wenn das Gute kommt (v.5-6).

Das Beispiel von Hiob

Jakobus erwähnt das Beispiel von Hiob (Jak. 5:10-11). Hiob war jemand, der wirklich aus dem Glauben lebte. Weil Hiob an Gott festhielt, wendete Gott Hiobs Geschick (Hiob 42:10) und wies Satan vollständig in die Schranken. Anhand von Hiob können wir über die Weisheit des Herrn staunen. Satan versuchte sein Bestes, um ihn zu Fall zu bringen, aber Gott setzte dem, was Satan tun konnte, Grenzen. Letztlich benutzte Gott Satan sogar, um Hiob näher zu sich selbst zu bringen. Wenn wir das Ziel vor Augen haben und Gott in allen Dingen die Ehre geben, wenn die Prüfungen kommen, wird dies den Teufel sehr beschämen. Am Ende sagte Hiob: „Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen“ (Hiob 42:5). Dann bewirkte er Sühnung für seine Freunde, die ihm törichte Ratschläge gegeben hatten. Seine Freunde nahmen an, dass seine Prüfungen auf seine Sünden zurückzuführen waren, aber Gottes Sicht war ganz anders! Gott sagte über Hiobs Freunde: „Wer verfinstert da den Ratschluss mit Worten ohne Erkenntnis? … Ihr habt nicht recht von mir geredet, wie mein Knecht Hiob“ (Hiob 38:2, 42:7). Obwohl sie ihm Unrecht taten, betete er dennoch für sie. Danach brachten sie Stiere und Böcke als Brandopfer dar. Das ist ein Beispiel für uns, nicht auf die Brüder zu schauen, die uns vielleicht Unrecht getan haben, sondern für sie zu beten. Das schreibt auch Jakobus: „Leidet jemand unter euch, der bete“ (Jak. 5:13). Lernen wir von den Leiden, nicht nur das Sünd- und Übertretungsopfer, sondern auch das Brandopfer vorzubereiten, um unsere Unvollkommenheit oder unsere törichten Ratschläge, die wir manchmal geben, zu sühnen.

Hiobs Frau fragte ihn: „Hältst du immer noch fest an deiner Tadellosigkeit? Sage dich los von Gott und stirb!“ (Hiob 2:9). Das ist eine törichte Rede. Hiob antwortete: „Wenn wir das Gute von Gott annehmen, sollten wir da das Böse nicht auch annehmen?“ Möge diese Einstellung auch in uns sein, besonders weil die Ankunft des Herrn so nahe ist. Damit würden wir Gott wahrhaftig verherrlichen. In Christus, der gekommen ist, um uns zum Ziel zu führen, und der auch viel Züchtigung durchgemacht hat, haben wir diese Gesinnung. Mit einem solchen Blick werden wir nicht müde noch in unseren Seelen verzagt (Hebr.12:2-3).

In den Prüfungen durch Glauben leben

In seinem Brief spricht Jakobus von den Drangsalen oder Prüfungen und sagt sogar, dass wir uns freuen sollen, wenn wir in sie hineinfallen (Jak. 1:2-4). Die Prüfungen sind eine wertvolle Gelegenheit für uns, das Wesen Christi zu ergreifen, weil sie uns herausfordern, aus dem Glauben zu leben (Hebr. 10:38) und Gott um Weisheit von oben zu bitten (Jak. 1:5). Wie ist es möglich, dass wir uns an den Leiden freuen? Petrus, der wie Jakobus an die Heiligen in der Zerstreuung schrieb, schrieb auch dass wir uns nicht durch die Leiden, die uns erwarten, befremden lassen sollen (1.Petr. 4:12). Auch Paulus hatte den Glauben, dass Gott in den Prüfungen mit ihm war. Er sang sogar um Mitternacht im Gefängnis Lieder (Apg. 16:25), und er schrieb in 2.Kor. 4:8-9, dass wir von allen Seiten bedrängt werden, doch nicht überwunden sind. Der Psalmist in Psalm 116, der redete weil er geglaubt hat (Ps. 116:10), betete um Befreiung vom Tod – auch keine leichte Situation!

Diese Haltung entspricht dem Geist der Überwinder (2.Kor. 4:13, Ps. 116:10), die vor den Prüfungen nicht zurückschrecken, sondern jede Gelegenheit nutzen, um die Weisheit von oben zu ergreifen (Matt. 11:12, Phil. 2:12, Hagg. 2:4). Sie weichen nicht zurück, weil sie glauben, dass Gott mit ihnen ist. Ihr Glaube hört nicht auf, wenn die Prüfungen kommen (Jak. 1:6-8; Jer. 17:7-8). Sie glauben weiterhin, dass Gott ihnen auch durch das Tal der Tränen oder des Todesschattens helfen wird (Ps. 23:4; 84:7-8; 139:7-10; Jes. 4:2).

Diese Prüfungen testen nicht unsere Bibelkenntnisse, sondern unsere Anwendung von Gottes Wort und sogar unsere Person (Jak. 1:3; 1.Pet. 1:6-7). Petrus fragt, was für Menschen wir sein müssen (2.Petr. 3:11). Was aus unserem Mund kommt, verrät sofort, was für Menschen wir sind (Matt. 15:18-19). Deshalb müssen wir unsere Zunge behandeln lassen, wie Jakobus betonte. Wenn die Situationen unangenehm werden, dann juckt es unsere Zunge besonders, etwas zu sagen was nicht zum Aufbau dient. Wenn wir mit der Weisheit von unten reden, dann wird unsere Zunge einen Waldbrand auslösen. Dann können wir nichts tun, außer zu warten, bis das Feuer erlischt. Aber die Weisheit von oben ist voller Barmherzigkeit und guter Früchte und bewirkt Frieden (Jak. 3:15-18).